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EDTA
EDTA (Ethylendiamintetraacetat)
Definition und chemische Eigenschaften
Die Abkürzung EDTA steht für den Komplexbildner Ethylendiamintetraacetat (englisch: ethylenediaminetetraacetic acid). EDTA gehört zu den sogenannten sechszähnigen Chelatbildnern, da es über insgesamt sechs Bindungsstellen verfügt: zwei Bindungsstellen über die Stickstoffatome und vier weitere über die Carboxylgruppen. Durch diese Struktur kann EDTA stabile Chelatkomplexe mit positiv geladenen Metallionen (Kationen) bilden.
Wirkprinzip
Aufgrund dieser Eigenschaften wird EDTA im Rahmen der Chelattherapie eingesetzt, um freie, ungebundene Metallionen zu binden. Metalle, die fest in stabilen chemischen Strukturen eingebunden sind – beispielsweise im Knochengewebe – sind für EDTA in der Regel nicht zugänglich, da sie nicht in freier ionisierter Form vorliegen.
Während einer EDTA-Infusion bindet EDTA Metallionen entsprechend ihrer Bindungsaffinität. Metallionen mit höherer Affinität können dabei schwächer gebundene Metallionen verdrängen, sodass EDTA bevorzugt Metalle mit stärkerer Bindungsneigung komplexiert. Die gebildeten Chelatkomplexe werden anschließend über die Nieren ausgeschieden.
Ausscheidung und Stoffwechsel
Die Elimination erfolgt überwiegend renal: Ein Großteil des EDTA wird innerhalb von etwa 24 Stunden ausgeschieden, während nur geringe Restmengen länger im Körper verbleiben. EDTA wird dabei nicht wesentlich metabolisiert, sondern glomerulär filtriert und teilweise tubulär sezerniert.
Anwendung in der Chelattherapie
In der Chelattherapie wird EDTA üblicherweise intravenös verabreicht; die Infusionsdauer kann – abhängig von Dosierung und Therapiekonzept – mehrere Stunden betragen. Vor Beginn einer Behandlung erfolgt in der Regel eine labordiagnostische Bestimmung der Schwermetallbelastung, um Art und Ausmaß möglicher Belastungen zu erfassen und den geeigneten Chelator auszuwählen.
Bindungsaffinität zu Metallen
EDTA besitzt eine unterschiedliche Bindungsaffinität zu verschiedenen Metallionen. Zu den Metallen, die durch EDTA gebunden werden können, zählen unter anderem (in absteigender Bindungsneigung):
Quecksilber
Kupfer
Blei
Nickel
Kadmium
Kobalt
Aluminium
Weitere Chelatoren
Neben EDTA können im Rahmen der Chelattherapie – abhängig vom individuellen Befund – auch andere Chelatoren wie DMSA oder DMPS eingesetzt werden, um die Behandlung an Art und Umfang der jeweiligen Metallbelastung anzupassen.
Hinweis
Hinweis: Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle heilkundliche Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Die Anwendung der Chelattherapie erfolgt in unserer Praxis im Rahmen der Tätigkeit als Heilpraktiker nach individueller Anamnese, Diagnostik und Indikationsstellung. Die beschriebenen Anwendungsgebiete stellen kein Heilversprechen dar. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen und sind abhängig von Ausgangsbefund, Begleiterkrankungen sowie weiteren individuellen Faktoren. Bei akuten Vergiftungen oder schweren Erkrankungen ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.
