Lyme-Borreliose und Naturheilkunde

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit und zählt zu den häufigsten vektorübertragenen Erkrankungen weltweit. Verursacht wird sie durch das Bakterium Borrelia burgdorferi.

Die Erreger befinden sich im Darm der Zecke. Während des Saugvorgangs können sie aus dem Darm in die Speicheldrüsen wandern und anschließend über den Zeckenspeichel auf den Menschen übertragen werden. Für eine Übertragung ist in der Regel eine längere Saugdauer erforderlich, häufig mehrere Stunden. Nach dem Eindringen in die Haut können sich die Erreger lymphogen oder hämatogen im Körper ausbreiten.

Krankheitsverlauf und Symptome

Anhand von Erregerdiagnostik und klinischem Verlauf wird zwischen verschiedenen Krankheitsstadien unterschieden.

Frühe Phase (akute Infektion)

Mögliche Beschwerden nach Erstinfektion können sein:

  • Fieber
  • Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündungen

In vielen Fällen zeigt sich zusätzlich ein Erythema migrans, eine ringförmige Hautrötung, die typischerweise zwischen dem 3. und 30. Tag nach Infektion auftreten kann und als klinischer Hinweis auf eine Infektion gilt. Nicht jede Infektion verläuft jedoch mit einem Erythema migrans.

Spätere Krankheitsphase

Nach Ausbreitung der Erreger im Körper können Wochen, Monate oder Jahre nach der Erstinfektion weitere Beschwerden auftreten, beispielsweise:

  • Erschöpfung und Schlafstörungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Sensibilitäts- und motorische Störungen
  • Gesichtsnervenlähmungen oder Augenmuskellähmungen
  • Herzmuskelentzündungen (Lyme-Myokarditis)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis)
  • Hautveränderungen

Die Erstinfektion kann dabei auch unbemerkt verlaufen sein.

Medizinische Behandlung

Die schulmedizinische Standardtherapie der Lyme-Borreliose erfolgt in der Regel mit Antibiotika, insbesondere in frühen Krankheitsstadien. Eine frühzeitige Behandlung kann die Prognose verbessern. Ergänzend zu schulmedizinischen Maßnahmen können in naturheilkundlichen Therapiekonzepten unterstützende Maßnahmen eingesetzt werden, die auf Stärkung des Immunsystems, Ausgleich möglicher Mangelzustände sowie auf allgemeine Regulations- und Entlastungsmaßnahmen abzielen.

Naturheilkundlich begleitende Maßnahmen

In naturheilkundlichen Behandlungskonzepten können – je nach individueller Situation – verschiedene begleitende Maßnahmen eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem:

Maßnahmen zur Unterstützung von Ausleitungsprozessen

Zur Bindung und Ausscheidung bestimmter Stoffwechselprodukte können beispielsweise eingesetzt werden:

  • Aktivkohle oder Heilerde (innerlich)
  • Bäder mit Magnesiumsulfat oder basischen Badezusätzen

Pflanzliche Tees zur Unterstützung der Ausscheidungsfunktion können unter anderem enthalten:

  • Brennnessel
  • Schafgarbe
  • Ackerschachtelhalm
  • Birkenblätter
  • Japanischer Knöterich

Zur Unterstützung der Leber- und Fettstoffwechselprozesse werden in naturheilkundlichen Konzepten teilweise eingesetzt:

  • Artischocke
  • Mariendistel
  • Gelbwurzel
  • Schöllkraut (zeitlich begrenzt)
  • Klette
  • Chlorella
  • Flohsamen
  • Knoblauch und Bärlauch
  • Topinambur
  • Katzenkralle
  • Bentonit oder Heilerde

Unterstützung von Nieren- und Leberfunktion

Zur Unterstützung der Nierenfunktion werden traditionell unter anderem verwendet:

  • Goldrutenkraut
  • Birkenblätter
  • Brennnesselblätter

Zur Unterstützung der Leberfunktion kommen naturheilkundlich beispielsweise zum Einsatz:

  • Mariendistelfrüchte
  • Salbei
  • Artischocke
  • Javanische Gelbwurz
  • Löwenzahn
  • Pfefferminzblätter
  • Kümmel

Pflanzliche Begleittherapeutika

In naturheilkundlichen Therapiekonzepten werden zusätzlich verschiedene pflanzliche Präparate eingesetzt, unter anderem:

  • Wilde Karde (z. B. als Tee, Tinktur oder Pulver)
  • Artemisia annua (Einjähriger Beifuß)
  • Katzenkralle
  • Olivenblatt-Extrakt
  • Misteltropfen
  • Ungesättigte Fettsäuren (z. B. Nachtkerzen-, Borretsch- oder Hanföl)
  • Ätherische Öle (z. B. Ingweröl)
  • Mucuna-Präparate
  • Sibirischer Ginseng
  • Stephaniawurzel

Auch Maßnahmen zur Ausleitung möglicher Schwermetallbelastungen können – abhängig vom individuellen Befund – Bestandteil naturheilkundlicher Behandlungskonzepte sein.

Co-Infektionen

Bei Zeckenübertragungen können neben Borrelien auch weitere Co-Infektionen vorkommen. In der Diagnostik werden daher gegebenenfalls zusätzliche Erreger berücksichtigt, beispielsweise:

  • Epstein-Barr-Virus (EBV)
  • Toxoplasma gondii
  • Rickettsien
  • Chlamydien

Naturheilkundliche Therapiekonzepte berücksichtigen diese möglichen Begleitfaktoren individuell im Rahmen der jeweiligen Behandlung.

Hinweis: Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Die Behandlung der Lyme-Borreliose erfolgt in der Regel schulmedizinisch mit Antibiotika. Naturheilkundliche Maßnahmen werden – sofern eingesetzt – begleitend und individuell angepasst angewendet.