DMPS

DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure)

Definition und Einsatzgebiet

DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure) ist ein Chelatbildner, der zur Bindung und Ausscheidung bestimmter Schwer- und Leichtmetalle eingesetzt wird. In der medizinischen Anwendung wird DMPS insbesondere bei akuten und chronischen Schwermetallbelastungen verwendet und gilt unter anderem als Antidot bei Arsen- und Quecksilberbelastungen. In Deutschland ist DMPS unter dem Handelsnamen Dimaval zugelassen.

Stellung in der Chelattherapie

Gemeinsam mit DMSA gehört DMPS zu den modernen Chelatbildnern, die in der Chelattherapie zur Förderung der renalen Metallausscheidung eingesetzt werden. Beide Substanzen zählen zu den Dithiolverbindungen und besitzen ein ähnliches Wirkungsprofil. Ein Vorteil dieser Chelatoren besteht darin, dass sie – je nach therapeutischer Situation – sowohl intravenös als auch oral verabreicht werden können.

Wirkmechanismus

Chemisch bindet DMPS Metallionen über sogenannte Sulfhydrylgruppen. Dabei entsteht ein stabiler Chelatkomplex, bei dem das Metallion an mehrere Bindungsstellen gleichzeitig gebunden wird. Diese stabile Komplexbildung ermöglicht die anschließende Ausscheidung über den Urin. Aufgrund dieser Mehrfachbindung gehört DMPS zur Gruppe der Chelate, die Metalle stabil binden und deren Ausleitung unterstützen können. In der Chelattherapie wird DMPS daher häufig zusammen mit anderen Chelatoren wie EDTA oder DMSA eingesetzt, abhängig von Art und Ausmaß der jeweiligen Metallbelastung.

Ausscheidung und Halbwertszeit

Die Elimination von DMPS erfolgt überwiegend über die Nieren; etwa 90 % des Wirkstoffs werden renal ausgeschieden. Die Halbwertszeit beträgt ungefähr zehn Stunden, sodass nach dieser Zeit etwa die Hälfte des Wirkstoffs eliminiert ist.

Zielmetalle

Zu den Metallen, bei denen DMPS im Rahmen der Chelattherapie eingesetzt werden kann, gehören unter anderem:

Quecksilber
Blei
Arsen
Chrom
Kupfer
Kobalt
Antimon
Bismut

Anwendung

DMPS kann je nach Indikation als Infusion oder in Kapselform angewendet werden. Bei intravenöser Anwendung sollte DMPS nicht mit anderen Präparaten in derselben Infusionslösung gemischt werden, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann.

Diagnostik und Therapiewahl

Vor Beginn einer Chelattherapie wird üblicherweise ein Schwermetalltest durchgeführt, um Art und Ausmaß der Belastung zu bestimmen und den geeigneten Chelator auszuwählen. Hierbei kommen – abhängig vom Befund – insbesondere EDTA, DMSA oder DMPS zum Einsatz. In der Umweltmedizin wird zur Diagnostik häufig ein sogenannter Provokations- bzw. Mobilisationstest verwendet, bei dem ebenfalls Chelatoren wie DMPS eingesetzt werden können, um gespeicherte Metalle messbar zu mobilisieren.

Hinweis

Hinweis: Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle heilkundliche Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Die Anwendung der Chelattherapie erfolgt in unserer Praxis im Rahmen der Tätigkeit als Heilpraktiker nach individueller Anamnese, Diagnostik und Indikationsstellung. Die beschriebenen Anwendungsgebiete stellen kein Heilversprechen dar. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen und sind abhängig von Ausgangsbefund, Begleiterkrankungen sowie weiteren individuellen Faktoren. Bei akuten Vergiftungen oder schweren Erkrankungen ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.