DMSA

DMSA (Dimercaptobernsteinsäure)

Definition und Einsatzgebiet

DMSA ist die Abkürzung für Dimercaptobernsteinsäure (englisch: dimercaptosuccinic acid) und gehört zur Gruppe der Chelatbildner, die in der Medizin seit mehreren Jahrzehnten eingesetzt werden. DMSA wird insbesondere im Zusammenhang mit Schwermetallbelastungen verwendet und gilt in der Toxikologie als Antidot bei bestimmten Schwermetallvergiftungen, sowohl bei akuten als auch bei chronischen Belastungen.

Bindungseigenschaften und Zielmetalle

Bei oraler Einnahme bindet DMSA zunächst Metalle im Gastrointestinaltrakt, kann nach Resorption jedoch auch im Blut vorhandene Metallionen binden. Zu den Metallen, die besonders stark durch DMSA gebunden werden, zählen vor allem:

Blei
Quecksilber
Arsen
Kadmium
Nickel

Untersuchungen zeigen, dass DMPS und DMSA eine vergleichbare Bindungsfähigkeit gegenüber Quecksilber besitzen. Durch seine Fähigkeit, Quecksilber zu binden, wird DMSA in bestimmten Situationen auch begleitend zu zahnärztlichen Amalgamsanierungen eingesetzt, um die Aufnahme freigesetzter Metallionen zu reduzieren.

Wirkmechanismus

Chemisch bindet DMSA Metallionen über seine Carboxyl- und Sulfhydrylgruppen. Die entstehenden Chelatkomplexe sind wasserlöslich und können anschließend über die Nieren ausgeschieden werden. Dabei binden Blei und Kadmium bevorzugt an Sauerstoff- oder Schwefelatome, während Quecksilber und Nickel vor allem an Schwefelatome gebunden werden.

Einfluss auf Mineralstoffe

Ein Vorteil von DMSA besteht darin, dass wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Zink, Eisen und Kupfer in der Regel nur gering gebunden werden. Selen kann dagegen stärker gebunden werden, weshalb im Rahmen entsprechender Therapiekonzepte eine begleitende Selenzufuhr berücksichtigt werden kann.

Anwendung und Dosierung

DMSA steht in Kapselform zur Verfügung und kann daher auch bei Kindern eingesetzt werden, sofern eine entsprechende Indikation besteht und die Anwendung fachkundig begleitet wird. Nach Bindung der Metallionen im Blut kann es zu einer Senkung der Schwermetallkonzentration kommen, da die gebundenen Metalle über die Nieren ausgeschieden werden.

Die Dosierung erfolgt individuell und orientiert sich unter anderem an Körpergewicht, Belastungsgrad und Ausscheidungsfunktion. In der Praxis werden häufig gewichtsadaptierte Dosierungen verwendet, wobei Behandlungsintervalle und Einnahmeschemata individuell festgelegt werden. DMSA besitzt einen charakteristischen schwefeligen Geruch, der von manchen Patienten als unangenehm empfunden wird.

Diagnostik und therapeutisches Umfeld

Vor Beginn einer Chelattherapie werden üblicherweise diagnostische Untersuchungen durchgeführt, beispielsweise ein Schwermetalltest, um Art und Ausmaß der Belastung zu bestimmen und das geeignete Chelatverfahren auszuwählen. In ganzheitlichen Therapiekonzepten werden zusätzlich Faktoren wie Darmgesundheit, Ernährung sowie die allgemeine Entgiftungsfähigkeit berücksichtigt. Während der Ausleitungsphasen kann es sinnvoll sein, die Einnahme bestimmter Mineralstoffe oder Nahrungsergänzungsmittel zeitlich anzupassen, um Konkurrenzreaktionen bei der Metallbindung zu vermeiden. Ebenso kann empfohlen werden, während entsprechender Therapiephasen Lebensmittel mit möglicher Schwermetallbelastung – beispielsweise bestimmte Fischarten – zu reduzieren.

Stellenwert in der Chelattherapie

Neben EDTA und DMPS stellt DMSA somit eine weitere Möglichkeit dar, Chelattherapien individuell an Art und Umfang der jeweiligen Schwermetallbelastung anzupassen. Die Durchführung sollte grundsätzlich im Rahmen einer fachkundig begleiteten Therapie erfolgen.

Hinweis

Hinweis: Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine individuelle heilkundliche Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar. Die Anwendung der Chelattherapie erfolgt in unserer Praxis im Rahmen der Tätigkeit als Heilpraktiker nach individueller Anamnese, Diagnostik und Indikationsstellung. Die beschriebenen Anwendungsgebiete stellen kein Heilversprechen dar. Behandlungsergebnisse können individuell unterschiedlich ausfallen und sind abhängig von Ausgangsbefund, Begleiterkrankungen sowie weiteren individuellen Faktoren. Bei akuten Vergiftungen oder schweren Erkrankungen ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.