1. Kurze Einführung

Indium ist ein silbrig-weißes, weiches Metall, das zu den sogenannten Spurenelement-Metallen gehört und in der Natur nur in sehr geringen Konzentrationen vorkommt. Es wird überwiegend als Nebenprodukt bei der Zinkverarbeitung gewonnen.

Für den menschlichen Organismus besitzt Indium keine bekannte essenzielle biologische Funktion. Gesundheitlich relevant ist Indium vor allem im Zusammenhang mit industriellen Anwendungen, insbesondere in der Elektronik- und Displayherstellung. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen hängen von der chemischen Form, der Expositionshöhe und der Dauer der Belastung ab.

2. Wo kommt Indium vor?

Indium tritt nahezu ausschließlich im technischen und industriellen Kontext auf:

Umwelt

  • natürliche Spuren in Böden und Gesteinen
  • sehr geringe Konzentrationen in Luft und Wasser

Industrie & Technik

  • Flachbildschirme (Indium-Zinn-Oxid, ITO)
  • Touchscreens
  • Photovoltaik
  • Halbleiterindustrie
  • Speziallegierungen

Alltag

  • indirekter Kontakt über elektronische Geräte
  • keine relevante direkte Alltagsquelle

3. Wie gelangt Indium in den menschlichen Körper?

Die Aufnahme erfolgt überwiegend:

  • inhalativ: Einatmen von indiumhaltigen Stäuben oder Aerosolen (beruflich)
  • oral: untergeordnete Bedeutung
  • dermal: kaum relevante Aufnahme

Für die Allgemeinbevölkerung gilt das Expositionsrisiko als sehr gering. Relevante Belastungen betreffen vor allem Beschäftigte in der Elektronik- und Displayproduktion.

Als potenziell besonders empfindlich gelten:

  • Personen mit beruflicher Exposition
  • Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen

4. Speicherung im Körper

Nach der Aufnahme kann Indium im Körper verbleiben und sich in bestimmten Geweben anreichern.

Mögliche Speicherorte sind:

  • Lunge
  • Leber
  • Milz

Die biologische Halbwertszeit ist nicht abschließend geklärt, Hinweise sprechen jedoch für eine längere Verweildauer insbesondere im Lungengewebe.

5. Wirkung im Körper (biologische Mechanismen)

In wissenschaftlichen Untersuchungen werden folgende Mechanismen beschrieben:

  • Auslösung entzündlicher Reaktionen im Lungengewebe
  • Aktivierung von Immunzellen
  • mögliche Fibrosierung der Lunge
  • oxidativer Stress auf Zellebene

Diese Effekte wurden vor allem bei inhalativer Exposition gegenüber Indiumverbindungen beobachtet.

6. Mögliche gesundheitliche Symptome bei erhöhter Belastung

Die Symptome betreffen vor allem die Atemwege und entwickeln sich häufig schleichend.

🫁 Atemwege und Lunge

  • chronischer Husten
  • Atemnot
  • verminderte Lungenfunktion
  • entzündliche Lungenerkrankungen

🧠 Allgemeinsymptome

  • Müdigkeit
  • Leistungsabfall

Ein bekanntes arbeitsmedizinisches Krankheitsbild ist die sogenannte Indium-Lungenerkrankung, die im Zusammenhang mit ITO-Exposition beschrieben wurde.

7. Akute vs. chronische Belastung

Akute Belastung

  • selten
  • möglich bei hoher Staubexposition
  • akute Reizung der Atemwege

Chronische Belastung

  • langfristige inhalative Exposition
  • schleichende Entwicklung von Lungenschäden
  • oft erst spät symptomatisch

Chronische Belastungen stehen im Fokus arbeitsmedizinischer Forschung.

8. Diagnostik – wie kann eine Belastung festgestellt werden?

Zur medizinischen Abklärung können eingesetzt werden:

  • Blut- und Urinanalysen
  • Lungenfunktionstests
  • bildgebende Verfahren der Lunge
  • arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Die Bewertung erfolgt im Zusammenhang mit der beruflichen Expositionsgeschichte.

9. Möglichkeiten zur Reduktion einer Belastung

Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation und stellen keine Therapieempfehlung dar.

Mögliche Maßnahmen:

  • konsequente Vermeidung weiterer Exposition
  • technische Staubabsaugung am Arbeitsplatz
  • Verwendung persönlicher Schutzausrüstung
  • regelmäßige arbeitsmedizinische Kontrollen

Therapeutische Maßnahmen erfolgen ausschließlich unter fachlicher Aufsicht.

10. Prävention – wie kann man sich schützen?

  • Einhaltung von Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften
  • Atemschutz bei relevanter Exposition
  • regelmäßige Arbeitsplatzmessungen
  • frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen
  • Schulung im Umgang mit indiumhaltigen Materialien

Hinweis: Dieser Artikel dient der neutralen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie und enthält keine Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.