Lexikon
Depression – Wenn Niedergeschlagenheit zur Erkrankung wird
Definition
Eine Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die Stimmung, Denken, Antrieb und körperliche Funktionen beeinflussen kann. Anders als vorübergehende Traurigkeit hält die gedrückte Stimmung meist über Wochen oder Monate an und bessert sich häufig nicht allein durch positive Ereignisse.
Typische Symptome
Depressionen können sich unterschiedlich äußern. Häufig treten mehrere der folgenden Beschwerden gleichzeitig auf:
- Anhaltende Niedergeschlagenheit
- Verlust von Interesse und Freude
- Ausgeprägte Erschöpfung trotz geringer Belastung
- Schlafstörungen
- Verminderte Konzentration
- Gefühle von Hoffnungslosigkeit, Schuld oder innerer Leere
- Körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Druckgefühl oder Appetitveränderungen
Mögliche Ursachen und Einflussfaktoren
Die Entstehung einer Depression ist in der Regel multifaktoriell. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
- Veränderungen von Neurotransmittern im Gehirn
- Genetische Veranlagung
- Belastende Lebensereignisse
- Chronischer Stress und Überforderung
- Hormonelle Veränderungen
- Körperliche Erkrankungen oder Schlafstörungen
Oft entwickelt sich eine Depression schleichend über längere Zeit.
Körperliche Zusammenhänge
Depressionen betreffen nicht nur die Psyche. Untersuchungen zeigen Zusammenhänge mit:
- Veränderungen im Immunsystem
- Störungen des Hormonhaushalts
- Veränderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus
- Beeinflussung von Energie- und Stoffwechselprozessen
Dies erklärt, warum viele Betroffene sowohl emotionale als auch körperliche Symptome erleben.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch ein ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch, ergänzt durch standardisierte Fragebögen und – falls erforderlich – körperliche Untersuchungen, um andere Ursachen auszuschließen.
Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Schweregrad kommen verschiedene Therapieformen infrage, häufig in Kombination:
- Psychotherapie
- Medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva
- Strukturierende Alltags- und Aktivierungsmaßnahmen
- Bewegungstherapie
- Stabilisierung von Schlafrhythmus und Tagesstruktur
Eine frühzeitige Behandlung kann Verlauf und Prognose deutlich verbessern.
Unterstützende Maßnahmen im Alltag
Begleitend können folgende Schritte hilfreich sein:
- Kleine, realistische Tagesziele setzen
- Regelmäßige Bewegung, auch in kurzen Einheiten
- Feste Schlafzeiten einhalten
- Soziale Kontakte möglichst aufrechterhalten
- Bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig professionelle Hilfe suchen
Verwandte Begriffe
- Burnout
- Chronischer Stress
- Angststörungen
- Psychotherapie
- Schlafstörungen
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei Verdacht auf eine depressive Erkrankung sollte eine medizinische oder psychotherapeutische Abklärung erfolgen.
