Lexikon

Sauerstofftherapien – Verfahren zur gezielten Beeinflussung der Sauerstoffversorgung des Körpers

Definition

Unter Sauerstofftherapien versteht man medizinische oder komplementärmedizinische Verfahren, bei denen die Sauerstoffzufuhr, die Sauerstoffverwertung oder die Anpassungsreaktionen des Körpers an Sauerstoffreize gezielt beeinflusst werden. Ziel ist die Unterstützung von Stoffwechselprozessen, Regeneration und verschiedenen physiologischen Regulationsmechanismen.

Kurze Einführung

Sauerstoff spielt eine zentrale Rolle in der zellulären Energieproduktion innerhalb der Mitochondrien, wo aus Nährstoffen Energie (ATP) gebildet wird. Veränderungen der Sauerstoffverfügbarkeit – sowohl erhöhte als auch reduzierte Konzentrationen – können Anpassungsreaktionen im Organismus auslösen, die therapeutisch genutzt werden.

Wichtige Formen von Sauerstofftherapien

Sauerstoffinhalationstherapie

  • Einatmung sauerstoffangereicherter Luft über Atemmasken oder Nasensonden
  • Anwendung in verschiedenen medizinischen und regenerativen Kontexten
  • Ziel: Unterstützung der Sauerstoffversorgung von Geweben

Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT)

  • Wechsel zwischen sauerstoffarmer (Hypoxie) und sauerstoffreicher (Hyperoxie) Atemluft
  • Stimulation physiologischer Anpassungsreaktionen des Stoffwechsels
  • trainingsähnliche Reize für mitochondriale und metabolische Prozesse

Höhentraining / Hypoxietraining

  • Exposition gegenüber reduzierter Sauerstoffkonzentration
  • Aktivierung von Anpassungsmechanismen wie Veränderungen der Sauerstofftransport- und Energienutzungssysteme

Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT)

  • Einatmung von Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck in speziellen Druckkammern
  • medizinische Anwendung bei bestimmten klar definierten Indikationen

Mögliche Wirkmechanismen

Je nach Verfahren können Sauerstofftherapien verschiedene physiologische Prozesse beeinflussen:

  • Unterstützung der zellulären Energieproduktion
  • Aktivierung mitochondrialer Anpassungsprozesse
  • Einfluss auf Durchblutung und Sauerstoffverteilung
  • Stimulation von Regenerations- und Regulationsmechanismen
  • Anpassungsreaktionen an wechselnde Sauerstoffverfügbarkeit

Die Effekte hängen vom jeweiligen Verfahren, der Dauer der Anwendung und individuellen Faktoren ab.

Durchführung und Sicherheit

Sauerstofftherapien sollten stets an den individuellen Gesundheitszustand, mögliche Kontraindikationen sowie die jeweilige Indikation angepasst werden. Durchführung und Dosierung erfolgen unter fachkundiger Anleitung entsprechend dem jeweiligen Therapieverfahren.

Bedeutung im ganzheitlichen Therapiekonzept

Sauerstofftherapien werden häufig mit weiteren Maßnahmen wie Bewegung, Ernährungsmedizin, Mikronährstofftherapie oder Regenerationstraining kombiniert, da die Sauerstoffverwertung im Körper von zahlreichen Stoffwechsel- und Lebensstilfaktoren beeinflusst wird.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Die Anwendung erfolgt stets auf Grundlage einer individuellen fachlichen Einschätzung.