Lexikon

Allergene – Ursachen, Arten und typische Symptome

Definition

Ein Allergen ist eine Substanz, die beim Menschen eine Allergie auslösen kann. Das Immunsystem stuft diese eigentlich harmlosen Stoffe fälschlicherweise als fremd und gefährlich ein und reagiert mit einer Abwehrreaktion. Die dabei entstehenden Beschwerden werden als allergische Symptome bezeichnet.

Grundsätzlich kann das Immunsystem auf nahezu jede Substanz allergisch reagieren, weshalb es eine Vielzahl unterschiedlicher Allergien gibt.

Ursachen und Hintergrund

Allergietypen: Sofort-Typ und Spät-Typ

Allergie vom Sofort-Typ
Beim Sofort-Typ treten die Beschwerden bereits Sekunden bis Minuten nach Kontakt mit dem Allergen auf.

Typische Auslöser:

  • Pollen
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Insektengifte
  • bestimmte Nahrungsmittel

Mögliche Erkrankungen:

  • Heuschnupfen
  • Allergisches Asthma
  • Nesselsucht (Urtikaria)
  • Hausstauballergie

Die verantwortlichen IgE-Antikörper können im Blut gemessen werden:

  • Gesamt-IgE: Hinweis auf eine allergische Veranlagung
  • Spezifisches IgE: zeigt, gegen welche Substanzen eine Allergie besteht

Allergie vom Spät-Typ
Beim Spät-Typ treten die Beschwerden 12 bis 72 Stunden nach Kontakt auf. Die Reaktion wird hauptsächlich durch T-Lymphozyten vermittelt.

Typische Beispiele:

  • Allergisches Kontaktekzem
  • Medikamentenallergien

Häufige Auslöser:

  • Nickel (z. B. Schmuck)
  • Latex (z. B. Handschuhe)
  • bestimmte Medikamente

Entstehung einer Allergie – Sensibilisierung

Damit sich eine Allergie entwickelt, ist meist ein wiederholter Kontakt mit dem Allergen erforderlich (Sensibilisierung).

Ablauf:

  • Beim ersten Kontakt erkennt das Immunsystem die Substanz als fremd.
  • Der Körper bildet IgE-Antikörper gegen das Allergen.
  • Beim erneuten Kontakt reagieren diese Antikörper mit dem Allergen.
  • Es kommt zur allergischen Reaktion.

Die Sensibilisierungsphase kann Monate bis Jahre dauern, weshalb Allergien in jedem Alter erstmals auftreten können.

Symptome und Bedeutung von Histamin

Ein zentraler Auslöser der Beschwerden ist der körpereigene Botenstoff Histamin, der bei Allergenkontakt aus Mastzellen freigesetzt wird.

Typische histaminbedingte Symptome:

Nase

  • Juckreiz
  • Niesen
  • Schnupfen

Haut

  • Rötungen
  • Quaddeln
  • Juckreiz

Atemwege

  • Verengung der Bronchien
  • Atemnot

Magen-Darm-Trakt

  • Bauchschmerzen
  • Krämpfe
  • Durchfall
  • Erbrechen

Diese Beschwerden treten besonders häufig bei Nahrungsmittelallergien auf.

Häufige allergische Erkrankungen

Zu den häufigsten Allergien zählen:

  • Heuschnupfen
  • Hausstauballergie
  • Tierhaarallergie
  • Sonnenallergie
  • Insektengiftallergie
  • Kontaktallergie
  • Nesselsucht
  • Nahrungsmittelallergie
  • Schimmelpilzallergie

Neben diesen Allergieformen können auch Kreuzallergien auftreten, bei denen Betroffene auf verwandte Substanzen ebenfalls reagieren (z. B. Pollen und bestimmte Nahrungsmittel).

Praktische Tipps

  • Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte eine allergologische Diagnostik erfolgen, um das auslösende Allergen zu bestimmen.
  • Die Meidung des Allergens ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von Beschwerden.
  • Frühzeitige Behandlung kann helfen, eine Verschlechterung allergischer Erkrankungen zu verhindern.

Verwandte Begriffe

  • Allergie
  • Sensibilisierung
  • IgE-Antikörper
  • Kreuzallergie

Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Arzt oder Heilpraktiker.