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Fruktoseintoleranz – Ursachen, Symptome und Behandlung
Definition
Bei der Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit) handelt es sich meist um eine Fruktosemalabsorption (intestinale Fruktoseunverträglichkeit). Dabei wird Fruktose im Dünndarm nur unzureichend über spezielle Transportproteine (GLUT-5-Transporter) in die Darmschleimhaut aufgenommen.
Die nicht resorbierte Fruktose gelangt in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien vergoren wird. Dabei entstehen Gase und Stoffwechselprodukte, die typische Beschwerden auslösen. Meist handelt es sich um eine erworbene Störung, sodass kleinere Mengen Fruktose häufig weiterhin vertragen werden.
Ursachen und Mechanismus
In der Schleimhaut des Dünndarms befinden sich Transportproteine (GLUT-5), über die Fruktose aus dem Darm in das Blut aufgenommen wird. Bei einer Fruktosemalabsorption ist diese Transportkapazität vermindert oder überlastet.
Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- eingeschränkte Funktion der Fruktosetransporter
- entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn)
- vorübergehende Schleimhautschädigungen, z. B. nach Magen-Darm-Infekten
- Veränderungen der Darmflora
Typische Symptome
Häufige Beschwerden entstehen durch bakterielle Vergärung der Fruktose im Dickdarm:
- Blähungen
- Bauchschmerzen oder -krämpfe
- Völlegefühl
- Durchfall oder Verstopfung
- aufgeblähter Bauch
- Übelkeit
Die Beschwerden treten meist einige Zeit nach dem Verzehr fruktosehaltiger Lebensmittel auf.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen Fruktose-Wasserstoffatemtest (H₂-Atemtest).
Dabei:
- erfolgt die Untersuchung nüchtern
- wird nach Einnahme einer Fruktoselösung der Wasserstoffgehalt der Atemluft gemessen
- spricht ein Anstieg von etwa ≥ 20 ppm über dem Ausgangswert für eine Fruktosemalabsorption
Ernährung und Behandlung
Nach Diagnosestellung erfolgt meist eine vorübergehende Fruktosekarenz (ca. 2–4 Wochen) mit anschließender schrittweiser Wiedereinführung fruktosehaltiger Lebensmittel, um die individuelle Verträglichkeit zu bestimmen.
Wichtige Hinweise:
- Eine dauerhafte vollständige Fruktosevermeidung ist meist nicht sinnvoll, da sich die Transportkapazität des Darms weiter reduzieren kann.
- Fruktose wird häufig besser vertragen in Kombination mit Glukose, da Glukose die Aufnahme erleichtert.
- Sorbit (Sorbitol) kann die Fruktoseaufnahme verschlechtern, da beide über ähnliche Transportwege aufgenommen werden.
Lebensmittel mit hohem Fruktosegehalt (Beispiele)
- Obst: Äpfel, Birnen, Trauben, Mangos, Trockenfrüchte
- Getränke: Fruchtsäfte, Softdrinks
- Süßungsmittel: Honig, Agavendicksaft, Fruktosesirup
- Süßwaren: Marmeladen, Gelees, Süßspeisen
Die individuelle Verträglichkeit variiert jedoch deutlich und sollte individuell getestet werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
