1. Kurze Einführung

Cadmium ist ein silbrig-weißes Schwermetall, das natürlicherweise in geringen Mengen in der Erdkruste vorkommt. Es entsteht häufig als Nebenprodukt bei der Zink- und Bleiverhüttung und wird seit vielen Jahrzehnten industriell genutzt.

Für den menschlichen Organismus besitzt Cadmium keine bekannte biologische Funktion. Das Metall gilt als besonders problematisch, da es bereits in niedrigen Konzentrationen gesundheitlich relevant sein kann und sich im Körper über lange Zeiträume anreichert. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sind umfassend wissenschaftlich untersucht.

2. Wo kommt Cadmium vor?

Cadmium ist in verschiedenen Umwelt- und Lebensbereichen nachweisbar:

Umwelt

  • natürliche Boden- und Gesteinsvorkommen
  • belastete Böden in Industrie- und Bergbaugebieten
  • Eintrag über Phosphatdünger

Lebensmittel

  • Getreideprodukte
  • Reis
  • Blattgemüse
  • Pilze
  • Innereien

Industrie & Technik

  • Batterien (Nickel-Cadmium-Akkus)
  • Metallbeschichtungen
  • Pigmente
  • Kunststoffstabilisatoren

Alltag

  • Tabakrauch (bedeutende Quelle)
  • Hausstaub
  • kontaminierte Nahrungsmittel

3. Wie gelangt Cadmium in den menschlichen Körper?

Die Aufnahme erfolgt hauptsächlich über:

  • oral: über Lebensmittel und Trinkwasser
  • inhalativ: über Tabakrauch oder industrielle Stäube
  • dermal: untergeordnete Bedeutung

Raucher nehmen im Vergleich zu Nichtrauchern deutlich höhere Cadmiummengen auf.

Besonders empfindlich gelten:

  • Kinder
  • Schwangere
  • Menschen mit Eisenmangel
  • Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion

4. Speicherung im Körper

Cadmium wird nur sehr langsam ausgeschieden und reichert sich im Körper an.

Hauptspeicherorte sind:

  • Nieren (insbesondere Nierenrinde)
  • Leber
  • Knochen

Die biologische Halbwertszeit kann 10 bis 30 Jahre betragen, wodurch selbst geringe Aufnahmemengen langfristig relevant sein können.

5. Wirkung im Körper (biologische Mechanismen)

In wissenschaftlichen Studien werden folgende Wirkmechanismen beschrieben:

  • Bindung an Proteine (z. B. Metallothionein)
  • Schädigung der Nierenfilterfunktion
  • Förderung von oxidativem Stress
  • Störung des Calcium- und Vitamin-D-Stoffwechsels
  • Beeinträchtigung der Knochengesundheit

Diese Mechanismen erklären die Organspezifität der Cadmiumwirkung.

6. Mögliche gesundheitliche Symptome bei erhöhter Belastung

Die Symptome entwickeln sich häufig schleichend und sind lange unspezifisch.

🫀 Nieren

  • verminderte Filterleistung
  • vermehrte Ausscheidung von Eiweiß
  • chronische Nierenschäden

🦴 Knochen

  • Abnahme der Knochendichte
  • erhöhtes Risiko für Osteoporose
  • Knochenschmerzen

🧠 Allgemeinsymptome

  • Müdigkeit
  • Leistungsabfall
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Ein direkter Zusammenhang zwischen Cadmiumbelastung und Nieren- sowie Knochenerkrankungen ist gut dokumentiert.

7. Akute vs. chronische Belastung

Akute Belastung

  • selten
  • möglich bei sehr hoher Exposition
  • verursacht schwere Lungenschäden bei Inhalation

Chronische Belastung

  • häufigste Form
  • niedrige Mengen über viele Jahre
  • schleichende Organbelastung

Chronische Cadmiumbelastungen gelten als bedeutendes Umweltgesundheitsproblem.

8. Diagnostik – wie kann eine Belastung festgestellt werden?

Zur medizinischen Beurteilung werden eingesetzt:

  • Blutuntersuchungen (aktuelle Belastung)
  • Urinanalysen (Langzeitbelastung)
  • Nierenfunktionsparameter
  • umweltmedizinische Diagnostik

Die Ergebnisse werden anhand internationaler Referenzwerte bewertet.

9. Möglichkeiten zur Reduktion einer Belastung

Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsaufklärung und stellen keine Therapieempfehlung dar.

Mögliche Maßnahmen:

  • Reduktion cadmiumreicher Lebensmittel
  • Rauchstopp
  • Identifikation belasteter Böden oder Nahrungsquellen
  • ausreichende Versorgung mit Eisen, Zink und Calcium
  • Unterstützung der körpereigenen Ausscheidungsorgane

Therapeutische Ausleitungsverfahren dürfen ausschließlich fachlich begleitet erfolgen.

10. Prävention – wie kann man sich schützen?

  • Nichtrauchen bzw. Rauchverzicht
  • abwechslungsreiche Ernährung
  • sorgfältige Auswahl pflanzlicher Lebensmittel
  • Beachtung regionaler Bodenbelastungen
  • Vermeidung alter NiCd-Akkus
  • Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen

Hinweis: Dieser Artikel dient der neutralen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie und enthält keine Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.