Lexikon
EDTA – Chelatbildner zur Bindung von Metallionen
Definition
EDTA steht für Ethylendiamintetraacetat (englisch: Ethylenediaminetetraacetic acid) und ist ein sogenannter sechszähniger Komplexbildner. Aufgrund seiner chemischen Struktur kann EDTA stabile Verbindungen mit Metallionen eingehen und gehört daher zur Gruppe der Chelatbildner.
Chemische Eigenschaften und Wirkprinzip
EDTA besitzt:
- zwei Bindungsstellen über Stickstoffatome
- vier Bindungsstellen über Carboxygruppen
Damit stehen insgesamt sechs Bindungsstellen zur Verfügung, über die EDTA stabile Chelatkomplexe mit positiv geladenen Metallionen (Kationen) bildet. Die Stabilität dieser Bindung hängt von der jeweiligen Affinität des Metalls zum Chelator ab.
Metallionen mit höherer Affinität werden bevorzugt gebunden und bilden besonders stabile Komplexe.
Bindung und Ausscheidung im Körper
Im Rahmen einer Chelattherapie bindet EDTA vor allem freie, ionisierte Metallionen im Blut und Gewebe. Metalle, die fest in physiologische Strukturen eingebunden sind (z. B. in Knochenmineralien), sind in der Regel nicht direkt zugänglich.
Die gebildeten Chelatkomplexe:
- werden nicht metabolisiert
- werden überwiegend renal ausgeschieden
- zu etwa 95 % innerhalb von 24 Stunden eliminiert
Nach etwa zwei Tagen verbleiben nur noch sehr geringe Restmengen im Körper.
Medizinische Anwendung
EDTA wird medizinisch vor allem zur Bindung und Ausscheidung bestimmter Metallionen eingesetzt. Die Verabreichung erfolgt in der Regel intravenös im Rahmen einer Infusion, deren Dauer je nach Dosierung mehrere Stunden betragen kann.
Typische Metallionen, an die EDTA binden kann, sind unter anderem:
- Quecksilber
- Kupfer
- Blei
- Nickel
- Cadmium
- Kobalt
- Aluminium
Die tatsächliche Auswahl eines Chelators erfolgt üblicherweise auf Basis einer labordiagnostischen Untersuchung, um Art und Ausmaß einer möglichen Metallbelastung zu bestimmen.
Verwandte Begriffe
- Chelattherapie
- Schwermetallbelastung
- DMSA
- DMPS
- Komplexchemie
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Medizinische Anwendungen von Chelatbildnern erfolgen ausschließlich unter fachlicher Aufsicht.
