Lexikon
Ethylendiamintetraacetat – Eigenschaften und medizinische Bedeutung
Definition
Ethylendiamintetraacetat (EDTA) ist eine organische Verbindung mit ausgeprägter Fähigkeit, Metallionen zu binden. Aufgrund seiner chemischen Struktur besitzt EDTA mehrere Bindungsstellen und zählt zu den sogenannten Chelatbildnern. Diese können Metallionen stabil komplexieren und dadurch deren chemische Reaktivität verändern.
Eigenschaften
EDTA ist ein sogenannter sechszähniger Chelator, da es über sechs Bindungsstellen verfügt, mit denen Metallionen koordiniert werden können. Durch diese Mehrfachbindung entstehen stabile Chelatkomplexe, die in wässriger Lösung gut löslich sind.
Gebunden werden können unter anderem:
- Calcium
- Blei
- Kupfer
- Nickel
- Cadmium
- weitere zweiwertige und dreiwertige Metallionen
Medizinische Anwendung
Labordiagnostik
In der Labormedizin wird EDTA häufig als Antikoagulans in Blutentnahmeröhrchen eingesetzt. EDTA bindet Calciumionen, die für die Blutgerinnung notwendig sind. Durch diese Calcium-Bindung wird die Gerinnungskaskade unterbrochen, sodass Blutproben für diagnostische Untersuchungen stabil bleiben.
Chelattherapie
EDTA wird außerdem therapeutisch als Chelatbildner bei bestimmten Metallvergiftungen eingesetzt. Dabei bindet es freie Metallionen im Blut, sodass die entstehenden Komplexe über die Nieren ausgeschieden werden können. In diesem Zusammenhang wird EDTA im Rahmen der Chelattherapie angewendet, meist intravenös unter medizinischer Überwachung.
Bedeutung
Durch seine starke Metallbindungskapazität besitzt EDTA sowohl in der medizinischen Diagnostik als auch in der Therapie von Metallintoxikationen eine wichtige Rolle. Die Anwendung erfolgt stets indikationsbezogen und unter fachlicher Kontrolle.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie.
