1. Kurze Einführung

Iridium ist ein sehr seltenes, silbrig-weißes Edelmetall aus der Platingruppe. Es zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe Korrosions- und Temperaturbeständigkeit aus und gehört zu den chemisch stabilsten Elementen überhaupt.

Für den menschlichen Organismus besitzt Iridium keine bekannte essenzielle biologische Funktion. Aufgrund seiner hohen chemischen Inertheit gilt elementares Iridium als biologisch weitgehend reaktionsträge. Gesundheitlich relevant sind vor allem bestimmte Iridiumverbindungen sowie Expositionen im industriellen oder medizinischen Kontext. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen hängen von der chemischen Form, der Aufnahmeart und der Dauer der Belastung ab.

2. Wo kommt Iridium vor?

Iridium tritt überwiegend in spezialisierten technischen und industriellen Bereichen auf:

Umwelt

  • natürliche Spuren in Gesteinen und Meteoriten
  • sehr geringe Konzentrationen in Böden und Sedimenten

Industrie & Technik

  • Hochtemperaturlegierungen
  • Elektrodenmaterialien
  • Zündkerzen
  • chemische Katalysatoren

Medizin

  • radioaktive Iridium-Isotope in der Strahlentherapie (z. B. Iridium-192)

Alltag

  • keine relevante Alltagsquelle
  • indirekter Kontakt über langlebige technische Produkte

3. Wie gelangt Iridium in den menschlichen Körper?

Die Aufnahme ist im Alltag äußerst selten und erfolgt hauptsächlich:

  • inhalativ: Einatmen von Stäuben oder Dämpfen (beruflich)
  • parenteral: bei medizinischer Anwendung radioaktiver Isotope
  • oral: untergeordnete Bedeutung

Für die Allgemeinbevölkerung gilt eine relevante Exposition als sehr unwahrscheinlich.

Als potenziell empfindlich gelten:

  • Personen mit beruflicher Exposition in der Metall- oder Katalysatorindustrie
  • Patienten im Rahmen strahlentherapeutischer Anwendungen

4. Speicherung im Körper

Aufgrund der geringen Aufnahme ist eine relevante Speicherung selten. Bei Aufnahme löslicher Iridiumverbindungen kann es jedoch zu einer vorübergehenden Verteilung im Körper kommen.

Mögliche Speicherorte sind:

  • Leber
  • Nieren
  • Milz

Die biologische Halbwertszeit ist nicht umfassend untersucht, gilt jedoch als begrenzt bei niedriger Exposition.

5. Wirkung im Körper (biologische Mechanismen)

In experimentellen Untersuchungen werden folgende Mechanismen beschrieben:

  • Bindung von Iridiumionen an Proteine
  • mögliche Hemmung enzymatischer Prozesse bei löslichen Verbindungen
  • bei radioaktiven Isotopen: Wirkung ionisierender Strahlung auf Zellen

Elementares Iridium gilt aufgrund seiner Stabilität als biologisch weitgehend inert.

6. Mögliche gesundheitliche Symptome bei erhöhter Belastung

Die Symptome sind unspezifisch und abhängig von Expositionsart und Dosis.

🧠 Allgemeinsymptome

  • Müdigkeit
  • Unwohlsein

🫁 Atemwege

  • Reizung der Atemwege bei Staubinhalation

🧬 Strahlenbedingte Effekte (bei radioaktivem Iridium)

  • lokale Gewebereaktionen
  • strahlentypische Nebenwirkungen

Ein direkter Zusammenhang mit chronischen Erkrankungen ist für Umweltbelastungen nicht belegt.

7. Akute vs. chronische Belastung

Akute Belastung

  • selten
  • möglich bei industriellen Unfällen oder medizinischer Anwendung
  • meist lokale oder vorübergehende Effekte

Chronische Belastung

  • sehr selten
  • kaum relevante Daten für die Allgemeinbevölkerung

Chronische Iridiumbelastungen gelten als Ausnahmefälle.

8. Diagnostik – wie kann eine Belastung festgestellt werden?

Zur Abklärung einer möglichen Iridiumexposition können eingesetzt werden:

  • Blut- und Urinanalysen
  • arbeitsmedizinische Untersuchungen
  • strahlenmedizinische Überwachung bei Isotopenanwendung

Die Bewertung erfolgt stets im Zusammenhang mit einer bekannten Exposition.

9. Möglichkeiten zur Reduktion einer Belastung

Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation und stellen keine Therapieempfehlung dar.

Mögliche Maßnahmen:

  • Vermeidung weiterer Exposition
  • Einhaltung von Arbeitsschutzmaßnahmen
  • medizinische Nachsorge nach Strahlenanwendung

Therapeutische Maßnahmen erfolgen ausschließlich unter fachlicher Begleitung.

10. Prävention – wie kann man sich schützen?

  • Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften in Industrie und Medizin
  • persönliche Schutzausrüstung bei beruflicher Exposition
  • Schulung im Umgang mit Iridiumverbindungen
  • strahlenschutzrechtliche Kontrollen bei Isotopeneinsatz

Hinweis: Dieser Artikel dient der neutralen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie und enthält keine Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte medizinischer oder strahlenmedizinischer Rat eingeholt werden.