Lexikon
Lyme-Borreliose – Durch Zecken übertragene bakterielle Infektion
Definition
Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Art Borrelia burgdorferi (Borrelien) verursacht wird. Sie gehört zu den häufigsten vektorübertragenen Infektionen in Europa und Nordamerika.
Die Übertragung erfolgt meist durch den Stich infizierter Zecken. Das Risiko einer Infektion steigt mit der Dauer des Saugaktes, da die Bakterien in der Regel erst nach mehreren Stunden auf den Menschen übertragen werden.
Ursachen und Übertragung
Borrelien befinden sich im Darm infizierter Zecken und gelangen während des Saugens über den Speichel in die Haut. Von dort können sich die Erreger lokal vermehren und anschließend über Blut- oder Lymphbahnen im Körper ausbreiten.
Krankheitsstadien und typische Symptome
Die Erkrankung kann in mehreren Stadien verlaufen, wobei nicht bei allen Betroffenen alle Stadien auftreten.
Frühstadium (lokale Infektion)
Typische Beschwerden sind:
- ringförmige Hautrötung (Erythema migrans) an der Einstichstelle
- grippeähnliche Symptome
- Fieber
- Müdigkeit
- Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
- Lymphknotenschwellungen
Das Erythema migrans gilt als klinisch richtungsweisendes Zeichen einer Borrelieninfektion.
Früh disseminiertes Stadium
Wochen bis Monate nach der Infektion können auftreten:
- neurologische Beschwerden (z. B. Gesichtsnervenlähmung, Sensibilitätsstörungen)
- Herzbeteiligung (Lyme-Karditis, Herzrhythmusstörungen)
- multiple Hautveränderungen
- allgemeine Leistungsminderung
Spätstadium
Monate bis Jahre nach der Infektion können sich entwickeln:
- chronische Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis)
- neurologische Beschwerden
- chronische Hautveränderungen
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt anhand:
- klinischer Symptome (insbesondere Erythema migrans)
- Antikörpernachweis im Blut
- ggf. weiterführender Untersuchungen bei Organbeteiligung
Die Interpretation der Laborbefunde erfolgt stets im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik.
Therapie
Die Behandlung erfolgt in der Regel durch eine antibiotische Therapie, deren Dauer und Auswahl sich nach Krankheitsstadium und Organbeteiligung richten. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Heilungschancen deutlich.
Prävention
- Schutz vor Zeckenstichen (lange Kleidung, Repellentien)
- Absuchen der Haut nach Aufenthalten im Freien
- rasches Entfernen von Zecken
- Beobachtung der Einstichstelle in den folgenden Wochen
Eine früh erkannte Infektion kann meist gut behandelt werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei Verdacht auf eine Borreliose sollte eine medizinische Abklärung erfolgen.
