Lexikon
Rückvergiftung (Re-Intoxikation) – Bedeutung im Rahmen von Ausleitungs- und Chelatkonzepten
Definition
Als Rückvergiftung oder Re-Intoxikation wird im naturheilkundlichen Sprachgebrauch eine erneute Belastung des Organismus durch mobilisierte Stoffe bezeichnet, wenn diese nach ihrer Freisetzung nicht ausreichend gebunden und ausgeschieden werden.
Kurze Einführung
Im Rahmen von Ausleitungs- oder Mobilisationsverfahren können gespeicherte Stoffe – beispielsweise Schwermetalle – aus Geweben gelöst werden. Entscheidend ist dabei, dass mobilisierte Substanzen stabil gebunden und anschließend sicher ausgeschieden werden. Die Qualität der Bindung spielt hierbei eine zentrale Rolle.
Chelattherapie und stabile Metallbindung
Bei einer fachgerecht durchgeführten Chelattherapie werden spezielle Chelatbildner eingesetzt, die Metallionen chemisch komplexieren. Diese Chelat-Komplexe sind stabil, wasserlöslich und werden überwiegend über die Nieren ausgeschieden.
Durch diese stabile Bindung ist eine erneute Freisetzung der gebundenen Metalle im Organismus nach aktuellem Verständnis nicht zu erwarten, sofern die Therapie indikationsgerecht und fachkundig durchgeführt wird.
Unterschied zu rein pflanzlichen Mobilisationskonzepten
In einigen naturheilkundlichen Konzepten werden pflanzliche Substanzen wie Chlorella oder andere Algenprodukte eingesetzt. Hier wird eine unterstützende Bindungs- oder Mobilisierungswirkung diskutiert. Die chemische Bindungskapazität unterscheidet sich jedoch grundlegend von der spezifischen, strukturierten Metallbindung durch über Infusionen verabreichte Chelatbildner.
Aus diesem Grund wird im Rahmen professionell durchgeführter Chelatverfahren eine stabile Komplexbildung angestrebt, um eine kontrollierte Ausscheidung zu ermöglichen.
Biologischer Hintergrund
Chelatbildner besitzen definierte Molekülstrukturen mit mehreren Bindungsstellen, die Metallionen fest umschließen. Die entstehenden Komplexe sind chemisch stabil und werden renal eliminiert. Dieser Mechanismus bildet die Grundlage der medizinisch eingesetzten Chelattherapie.
Bedeutung für die Praxis
Der Begriff Re-Intoxikation wird überwiegend im Zusammenhang mit unspezifischen oder unkoordinierten Mobilisationsansätzen diskutiert. Bei fachgerechter Indikationsstellung und Durchführung einer Chelattherapie steht hingegen die gezielte, stabile Bindung und kontrollierte Ausscheidung im Vordergrund.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Chelat- und Ausleitungsverfahren sollten stets individuell geprüft und fachkundig durchgeführt werden.
