Lexikon
Salutogenese – Wie Gesundheit entsteht und erhalten bleibt
Definition
Der Begriff Salutogenese wird aus dem Lateinischen abgeleitet (salus = Gesundheit, Wohlbefinden; genesis = Entstehung) und beschreibt die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit.
Er steht komplementär zum Begriff der Pathogenese, der sich mit der Entstehung von Krankheiten beschäftigt. Während pathogenetische Modelle vor allem danach fragen, warum Menschen krank werden, richtet die Salutogenese den Blick darauf, wie Menschen gesund bleiben oder wieder gesund werden.
Grundgedanke der Salutogenese
Das salutogenetische Modell geht davon aus, dass Gesundheit kein statischer Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess, der sich ständig zwischen Belastungen und Ressourcen bewegt. Jeder Mensch befindet sich dabei auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit, nicht ausschließlich in einem der beiden Zustände.
Entscheidend ist daher nicht nur die Reduktion krankheitsfördernder Faktoren, sondern auch die Stärkung gesundheitsfördernder Ressourcen.
Zentrale Fragen der Salutogenese
Die Salutogenese beschäftigt sich insbesondere mit folgenden Fragestellungen:
- Wie entsteht Gesundheit?
- Welche Faktoren tragen dazu bei, dass Menschen trotz Belastungen gesund bleiben?
- Warum entwickeln manche Menschen unter ähnlichen Lebensbedingungen Erkrankungen, während andere stabil bleiben?
- Welche inneren und äußeren Ressourcen fördern Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit?
Damit erweitert das Konzept den klassischen krankheitsorientierten Blick um eine ressourcenorientierte Perspektive.
Ressourcen und Schutzfaktoren
Zu den Faktoren, die im Sinne der Salutogenese als gesundheitsfördernd gelten, gehören unter anderem:
- stabile soziale Beziehungen
- ein Gefühl von Sinnhaftigkeit und Orientierung
- psychische Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit
- ausreichende Regeneration und Schlaf
- Bewegung, ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensgewohnheiten
- das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit
Diese Ressourcen können dazu beitragen, Belastungen besser zu verarbeiten und langfristig Gesundheit zu stabilisieren.
Bedeutung für Prävention und Gesundheitsförderung
Das salutogenetische Denken hat die moderne Präventionsmedizin und Gesundheitsförderung stark beeinflusst. Statt ausschließlich Risikofaktoren zu reduzieren, wird zunehmend darauf geachtet, gesundheitsstärkende Lebensbedingungen zu schaffen und individuelle Ressourcen gezielt zu fördern.
Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Krankheitsvermeidung hin zu einem aktiven Aufbau von Gesundheit und Wohlbefinden.
Zusammenfassung
Die Salutogenese beschreibt ein Gesundheitsverständnis, das den Menschen nicht nur unter dem Blickwinkel möglicher Erkrankungen betrachtet, sondern vor allem danach fragt, welche Faktoren Gesundheit entstehen lassen und erhalten. Sie macht deutlich, dass Gesundheit nicht allein durch das Fehlen von Krankheit definiert ist, sondern durch die Fähigkeit des Organismus, mit Belastungen umzugehen und sich immer wieder neu zu stabilisieren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie.
