Lexikon
Sexualhormone – zentrale Regulatoren von Entwicklung, Stoffwechsel und Fortpflanzung
Definition
Sexualhormone sind hormonelle Botenstoffe, die vor allem in Eierstöcken, Hoden und Nebennieren gebildet werden und zahlreiche Prozesse wie Fortpflanzung, Stoffwechsel, Knochenstoffwechsel, Muskelaufbau, Gehirnfunktion und emotionale Regulation steuern. Ihre Produktion wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse kontrolliert, an der insbesondere FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon) beteiligt sind.
Wichtige Sexualhormone und ihre Funktionen
Östrogene
Estradiol (E2)
- wichtigstes biologisch aktives Östrogen
- Regulation des Menstruationszyklus
- Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
- Schutz der Knochenstruktur
- Einfluss auf Gefäßfunktion, Haut, Gehirnleistung und Stimmung
Estron (E1)
- schwächer wirksames Östrogen
- wichtig vor allem nach der Menopause
- Beteiligung am Fettstoffwechsel
Estriol (E3)
- vor allem während der Schwangerschaft bedeutsam
- Einfluss auf Gebärmutter, Plazenta und Gewebeentwicklung
Progesteron
Progesteron
- Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft
- Stabilisierung einer bestehenden Schwangerschaft
- beruhigende Wirkung auf das Nervensystem
- Einfluss auf Schlaf, Temperaturregulation und Flüssigkeitshaushalt
- Gegenspieler zu Östrogenen im hormonellen Gleichgewicht
Androgene
Testosteron
- Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale
- Aufbau von Muskelmasse und Knochenstärke
- Förderung von Antrieb, Libido und Leistungsfähigkeit
- Beteiligung an Blutbildung und Stoffwechsel
- auch bei Frauen wichtig für Energie und Libido
Dihydrotestosteron (DHT)
- besonders wirksames Androgen
- Entwicklung äußerer Geschlechtsmerkmale
- Einfluss auf Haarwachstum und Haut
Androstendion
- Vorläuferhormon für Testosteron und Östrogene
- Beteiligung an Steroidhormonbildung
DHEA (Dehydroepiandrosteron)
- Vorläufer vieler Sexualhormone
- Einfluss auf Energie, Stressresistenz und Stoffwechsel
Steuerhormone der Sexualhormone: FSH und LH
Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
FSH wird in der Hypophyse gebildet und steuert:
- Reifung der Eizellen in den Eierstöcken
- Bildung von Östrogenen
- Förderung der Spermienbildung in den Hoden
FSH ist damit ein zentrales Hormon für die Fruchtbarkeit beider Geschlechter.
Luteinisierendes Hormon (LH)
LH wirkt eng zusammen mit FSH und hat folgende Funktionen:
- Auslösung des Eisprungs (Ovulation)
- Bildung des Gelbkörpers
- Stimulation der Progesteronproduktion
- Förderung der Testosteronbildung in den Hoden
LH ist damit entscheidend für die hormonelle Regulation des Fortpflanzungssystems.
Bedeutung des hormonellen Gleichgewichts
Entscheidend für stabile Körperfunktionen ist nicht die isolierte Konzentration einzelner Hormone, sondern das fein abgestimmte Zusammenspiel von:
- Östrogenen
- Progesteron
- Androgenen
- FSH
- LH
- weiteren hormonellen Regulationssystemen
Dieses Gleichgewicht beeinflusst Fruchtbarkeit, Stoffwechsel, Knochenstabilität, emotionale Stabilität, Leistungsfähigkeit und zahlreiche weitere Körperfunktionen.
