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Wohngifte – Belastungen in Innenräumen und ihre gesundheitliche Bedeutung

Definition

Als Wohngifte werden chemische, biologische oder physikalische Belastungsfaktoren bezeichnet, die in Innenräumen vorkommen und die Raumluftqualität beeinflussen können. Dazu zählen unter anderem Ausdünstungen aus Baumaterialien, Möbeln, Reinigungsprodukten oder Schimmelpilze.

Kurze Einführung

Da Menschen einen Großteil ihres Tages in geschlossenen Räumen verbringen, kommt der Innenraumluft eine besondere Bedeutung zu. Belastungen sind oft unsichtbar und geruchlich nicht eindeutig wahrnehmbar. Die Wirkung hängt von Art, Konzentration, Expositionsdauer und individueller Empfindlichkeit ab.

Typische Quellen von Wohngiften

Baumaterialien und Möbel

  • Lösemittel und flüchtige organische Verbindungen (VOC)
  • Formaldehyd aus Holzwerkstoffen
  • bestimmte Kleber, Lacke und Farben

Haushalts- und Alltagsprodukte

  • Reinigungsmittel
  • Duftstoffe
  • Weichmacher aus Kunststoffen
  • Kerzen, Raumdüfte oder Sprays

Biologische Belastungen

  • Schimmelpilze
  • Hausstaubmilben
  • Bakterielle Belastungen bei Feuchtigkeit

Physikalische Einflüsse

  • Feinstaub aus Innenraumquellen
  • schlechte Lüftungssituation
  • erhöhte Luftfeuchtigkeit

Wie gelangen Wohngifte in den Körper?

Die Aufnahme erfolgt hauptsächlich:

  • inhalativ über die Atemluft
  • teilweise dermal über Hautkontakt
  • indirekt über Hausstaub

Die Atemwege stellen dabei den wichtigsten Expositionsweg dar.

Mögliche gesundheitliche Auswirkungen

Belastete Innenraumluft kann – je nach individueller Empfindlichkeit – mit folgenden Beschwerden in Verbindung stehen:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Reizungen von Augen und Schleimhäuten
  • Konzentrationsstörungen
  • unspezifische Atemwegsbeschwerden
  • vegetative Symptome

Die Symptome sind häufig unspezifisch und können viele Ursachen haben.

Diagnostik und Abklärung

Bei Verdacht auf Innenraumbelastung können sinnvoll sein:

  • ausführliche Umwelt- und Wohnanamnese
  • Raumluftmessungen durch spezialisierte Fachstellen
  • baubiologische Untersuchungen
  • gegebenenfalls medizinische Abklärung begleitender Beschwerden

Präventive Maßnahmen

Zur Verbesserung der Innenraumqualität können beitragen:

  • regelmäßiges und effektives Lüften
  • Verwendung möglichst emissionsarmer Materialien
  • Reduktion stark duftender oder lösemittelhaltiger Produkte
  • Kontrolle von Feuchtigkeit und Schimmelbildung
  • sorgfältige Auswahl von Möbeln und Bodenbelägen

Bedeutung im ganzheitlichen Kontext

Die Reduktion von Innenraumbelastungen kann ein wichtiger Baustein in ganzheitlichen Gesundheitskonzepten sein, insbesondere bei sensiblen oder belasteten Personen. Eine gesunde Raumluft bildet die Grundlage für langfristige Regulations- und Erholungsprozesse.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei Verdacht auf relevante Belastungen sollte eine fachkundige Abklärung erfolgen.